Das Addieren von Zeitdauern (Stunden, Minuten, Sekunden) ähnelt der normalen Dezimaladdition, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Der Übertrag erfolgt nicht bei 10, sondern bei 60.
Das Prinzip des Übertrags
Addiert man 1:45:30 und 0:30:45, ergeben die Sekunden 30 + 45 = 75, was über 60 liegt — also schreibt man 15 Sekunden und trägt 1 Minute weiter über. Die Minuten ergeben 45 + 30 + 1(übertragen) = 76, wieder über 60 — man schreibt 16 Minuten und trägt 1 Stunde über. Das Ergebnis ist 2:16:15.
Warum das anfangs nicht intuitiv ist
Da wir an Dezimalarithmetik gewöhnt sind, ist die Versuchung, einfach „45 + 30 = 75 Minuten" zu addieren und es dabei zu belassen, natürlich, aber falsch für das Standardformat der Zeitschreibung, bei dem Minuten und Sekunden im Bereich 0–59 bleiben müssen.
Dauern subtrahieren
Die Subtraktion funktioniert ähnlich wie das „Leihen" bei der Dezimalsubtraktion: Sind die Minuten des Subtrahenden größer als die des Minuenden, leiht man vor dem Subtrahieren 60 Minuten von der Stundenstelle.
Wofür man das braucht
- Die gesamte Arbeitszeit aus mehreren Zeiterfassungseinträgen aufsummieren — nützlich, um sie mit der im Arbeitszeitgesetz vorgesehenen Regelarbeitszeit von 8 Stunden pro Werktag abzugleichen.
- Die Gesamtdauer einer Playlist oder Videosequenz aus einzelnen Clips berechnen.
- Manuell berechnete Dauern in Berichten überprüfen.
Warum „45 Stunden" ein normales Wochenergebnis sein kann
Anders als die Tageszeit auf einer Uhr, die immer im Bereich 0-23 Uhr liegt, kann die Summe von Dauern problemlos über einen Tag hinausgehen — das ist kein Fehler. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt an einzelnen Werktagen bis zu 10 Stunden, solange im Schnitt 8 Stunden nicht überschritten werden, sodass ein Zeiterfassungsbogen durchaus auf „45 Std 20 Min" summieren kann — deshalb trägt das Dauerformat Stunden nicht automatisch in Tage über, so wie 60 Minuten automatisch in eine Stunde übertragen werden.