Ein EAN-13-Code auf einem deutschen Produkt beginnt nicht mit beliebigen Ziffern: Der Bereich 400–440 ist innerhalb des GS1-Systems Deutschland vorbehalten, und er zeigt nur, welche nationale Organisation den Firmencode vergeben hat — nicht zwangsläufig, in welchem Land das Produkt tatsächlich hergestellt wurde.
Der Bereich 400–440 und die Centrale für Coorganisation
Deutschland erhielt gleich mehrere Präfixblöcke (400 bis 440), weil die 1974 gegründete Centrale für Coorganisation (CCG, heute GS1 Germany) zu den ersten nationalen Barcode-Organisationen Europas zählte und der deutsche Markt entsprechend groß ist — je größer der Markt, desto mehr Präfixblöcke reserviert GS1 dafür, ähnlich wie bei China oder den USA. Ein Präfix aus diesem Bereich sagt nur etwas über das registrierende Unternehmen aus: Ein in Polen gefertigtes Produkt einer deutschen Marke kann durchaus einen 400er-Präfix tragen.
Code 128: wenn Buchstaben und Symbole nötig sind
Im Gegensatz zu EAN-13 kann Code 128 nicht nur Ziffern, sondern auch Buchstaben und Sonderzeichen aus dem vollständigen ASCII-Zeichensatz kodieren. Dieses Format wird in der Logistik und in Lagern verwendet, wo Seriennummern oder komplexere Kennungen als eine reine Zahl kodiert werden müssen.
Warum sich das Format nicht beliebig ändern lässt
Jedes Barcode-Format hat eine eigene Struktur von Start- und Stoppsymbolen, Strichbreiten und Prüfsummenalgorithmus. Der Scanner erkennt das Format anhand dieser strukturellen Merkmale automatisch, weshalb man nicht einfach beliebigen Text als EAN-13 kodieren kann — es akzeptiert nur 12 Ziffern plus die Prüfziffer.
Wofür das gebraucht wird
- Einen Barcode im benötigten Format zur Kennzeichnung eines Produkts oder Inventarartikels erzeugen.
- Verstehen, welches Format je nach Datentyp gewählt werden sollte — nur Ziffern oder beliebiger Text.
- Eine Prüfziffer vor dem Druck eines Etiketts auf Korrektheit prüfen.
UPC-A und der Unterschied zu EAN-13
UPC-A ist ein 12-stelliges Format, das dem europäischen EAN-13 historisch vorausging. Tatsächlich ist UPC-A eine Teilmenge von EAN-13: Fügt man einer 12-stelligen UPC-A-Nummer eine führende Null hinzu, ergibt sich ein vollständig gültiger 13-stelliger EAN-13-Code mit demselben Wert — weshalb ein aus den USA importiertes Produkt an jeder deutschen Kasse ohne Zusatzkonfiguration erkannt wird.