Bis 2014 identifizierte man ein deutsches Bankkonto mit Bankleitzahl (BLZ) und Kontonummer — zwei getrennten Zahlen, die man beide korrekt eintippen musste. Seit der SEPA-Umstellung sind beide in einem einzigen IBAN zusammengefasst, was Überweisungsformulare vereinfacht, aber auch neue, längere Zahlenfolgen mit sich brachte, bei denen Tippfehler leichter passieren.
Aus welchen Teilen ein IBAN besteht
Die ersten beiden Buchstaben sind der Ländercode nach ISO 3166-1 (DE für Deutschland), gefolgt von zwei Prüfziffern, und der Rest ist die BBAN (Basic Bank Account Number), die Bankcode und Kontonummer in einem länderspezifischen Format enthält.
Wofür die Prüfziffern da sind
Die beiden Ziffern direkt nach dem Ländercode bilden eine Prüfsumme, die mit dem MOD-97-Algorithmus berechnet wird: Die gesamte Nummer wird, mit den ersten vier Zeichen ans Ende verschoben, als eine große Ganzzahl behandelt, und der Rest bei der Division durch 97 muss für einen gültigen IBAN genau 1 sein. Damit lässt sich ein Tippfehler sofort erkennen, ohne die Bank zu kontaktieren.
Warum ein deutscher IBAN immer genau 22 Zeichen hat
Anders als bei manchen Ländern, bei denen die BBAN-Struktur variiert, ist das deutsche Format streng festgelegt: acht Ziffern Bankleitzahl gefolgt von zehn Ziffern Kontonummer, was zusammen mit Ländercode und Prüfziffern immer genau 22 Zeichen ergibt. Diese feste Länge macht es einfach, einen offensichtlich falsch abgetippten deutschen IBAN schon an der Zeichenzahl zu erkennen.
Wofür das nützlich ist
- Prüfen, ob ein IBAN korrekt eingegeben wurde, bevor ein Überweisungsauftrag abgeschickt wird.
- Das Herkunftsland eines Kontos anhand der ersten beiden Buchstaben erkennen.
- Einen Tippfehler in einer langen Kontonummer schnell finden, ohne die Bank zu kontaktieren.
Der BIC/SWIFT-Code und sein Verhältnis zum IBAN
Der BIC (Bank Identifier Code), auch SWIFT-Code genannt, ist ein eigenständiger Bank-Identifikator, der bei internationalen Überweisungen manchmal zusätzlich zum IBAN verlangt wird, obwohl beide Standards unabhängig voneinander sind. Der IBAN enthält den Bankcode bereits in seiner eigenen Struktur (der BBAN), weshalb der BIC innerhalb von SEPA-Überweisungen technisch überflüssig ist — viele Zahlungssysteme fragen ihn aber trotzdem separat ab, als zusätzliche Prüfung des Zahlungswegs.